[echo] hfbk-gleichstellungspolitik
cornelia sollfrank
cornelia at snafu.de
Fri Mar 14 13:14:28 CET 2008
taz, 15.3.2008
hfbk-gleichstellungspolitik
Befremdliche Performance
Vielleicht war es Absicht, vielleicht Gedankenlosigkeit oder
schlichter Zufall. Tatsache ist jedenfalls, dass die
Bewerbungskommission der Hochschule für bildende Künste bei der
Besetzung der Professorenstellen Fakten schuf, als die
Gleichstellungsbeauftragte gerade nicht zugegen war.
KOMMENTAR VON PETRA SCHELLEN
Unstrittig ist auch, dass hier ein Gesetz missachtet wurde, das bis
dahin als allgemein verbindlich galt. Und unabhängig davon, ob hier
ein justiziables Vergehen vorliegt oder nicht: Ob tatsächlich
Diskriminierung vorlag, bleibt schwer nachzuweisen. Dafür hätte man
jedem Bewerbungsgespräch und den Beratungen der Kommission lauschen
müssen, hätte herauszuhören gehabt, ob da wirklich inhaltlich
argumentiert wurde.
Denn das ist ja die Crux an Gleichstellungs- und
Antidiskriminierungsgesetz: Der Betroffene, welcher die
Benachteiligung nachzuweisen versucht, gerät schnell in den Ruf,
bloßer Neider zu sein.
Eigenartig ist schon, dass solches, übertragen gesprochen, in den
heiligen Hallen der Künste geschah. Das ist schon eine peinliche
Performance - und dass der Vorgang nicht rückgängig zu machen sein
soll, befremdet. Das wird andere ermutigen, es genauso zu machen - so
lange die Lobby der Frauen so schwach ist. Und Gesetze nicht zu
zählen scheinen.
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