Re: [echo] Lebenslust ¿ und sexuelle Befreiung ¿ : Sonntag, 23.3.2008 ab 14 Uhr in Halle 13

jon info at jonhagen.de
Tue Mar 25 11:57:34 CET 2008


Wäre das "Thema" nicht so entsetzlich geschmackslos, und das ist mehr  
als nur euphemistisch, und das Argument()
"du warst ja nicht da" in diesem nicht so tragisch unbrauchbar,  
könnte man vielleicht auf die Idee kommen das Ganze sei einfach
nur traurig. Akzente sind in dem Fall völlig ungenügend - und warum  
das !Vorwort des Katalogs aber nicht die Ausstellung akzentuiert
werden soll, ist dem ungetrübtem Blick und der dokumentarischen  
Distanz geschuldet?

Es ist nur schwer zu ertragen dass es möglich ist dass trotz allem  
was über die Muehl Kommune bekannt ist sich einige
immer noch nicht ausreichend schämen sich unkritsch damit in der  
Öffentlichkeit zu zeigen.

Du wirst mich weder bei grillen&chillen(bah) noch bei der Finissage  
gesehen haben da uns der entsetzliche Gestank der gegenüber liegendenden
Fabrik davon abhielt uns von der Dreistigkeit dieses Events zu  
überzeugen. Einen anderen Sinn hätte der Besuch ohnehin nicht gehabt.

Die Art der Zurechtweisung der Quellenverwertung (und Ausweisung)   
sollte man natürlich keine Sekunde würdigen. Mit der Notiz aber, dass es
sich bei dem Zurechtweisenden um jemanden handelt der schon den Wert  
und Unwert des Netzes zu Anbeginn erkannt und
genutzt hat, muss man vermuten dass es sich dabei um nichts anderes  
als inhaltlich fundierte Kritik handeln kann.

Schade dass das persönlich sein muss. Aber das untaugliche Argument  
ist so und ich sehe mich nicht in der Lage anders darauf zu antworten.
Ich wünsche reflektierte Selbstkritik.
Jon

Am 24.03.2008 um 22:38 schrieb Mathias Lintl:
> hallo heiner
> weder beim grillen & chillen noch bei der finissage von katharina  
> jensen hab ich dich gesehen.
> da ich seit 16 jahren das netz nutze freut es mich immer, wie  
> emanzipiert dies medium für allumfassende recherche genutzt wird  
> und daher bedanke ich mich für deinen sekundär-quellen-beitrag.net
>
> ich, der die ausstellung möglich machte, hab zuerst das thema und  
> dann person im auge.
>
> heiner,
> less das vorwort zum katalog und selbst du wirst neue akzente  
> entdecken.
> dann wirst du auch verstehen, warum die aussstellung genau an  
> diesen platz stattfand.
>
> katalog erscheint im sommer.
>
> mathias
>
> ..
>
> ..
>
>
> Heiner Metzger schrieb:
>> auch seltsam:
>>
>> nach der otto-mühl retrospektive in der privaten sammlung von  
>> dr.falckenberg im jahre 2004 scheint sich harburg/wilhelmsburg zum  
>> otto muehl fanstadtteil zu entwickeln .
>>
>> hier ein artikel zu der damaligen ausstellung: http:// 
>> www.abendblatt.de/daten/2005/06/25/451682.html
>>
>> Mit einer Handbewegung wischt die Künstlerin alle Vorwürfe gegen  
>> Muehl vom Tisch: „Muehl hat die Kommune für Frauen erfunden",  
>> schwärmt sie. „Es ist absolut paradiesisch, den ganzen Tag Malen  
>> und Tanzen." Deshalb kann sie sich auch nicht richtig von der  
>> Kommune trennen, obwohl sie aus familiären Gründen an Wilhelmsburg  
>> gebunden ist. „Alles, was ich hier zeige, habe ich in der Kommune  
>> gelernt,"
>>
>> was sie "gelernt" hat, kann eine betrachtung der bilder ergeben:  
>> http://www.katharinajensen.com/
>>
>> schon toll, wenn männer kommunen für frauen erfinden.
>>
>> und zu den "vorwürfen gegen otto muehl" hier der artikel eines  
>> "ehemaligen kommunemitglied":
>>
>> http://www.re-port.de/Die%20Diktatur%20der%20freien% 
>> 20Sexualitaet.html
>>
>> daraus:
>>
>> ANDREAS SCHLOTHAUER:
>>
>> DIE DIKTATUR DER FREIEN SEXUALITÄT - VOM ENDE EINER 'SEKTE'
>>
>> Aus AGPF AKTUELL I/92 vom 15.1.92
>>
>> ...DER PROZESS
>>
>> Das Gerichtsverfahren gegen Otto Mühl - ein Schöffengericht unter  
>> dem Vorsitz von Richterin Jelinek - begann am 13. November 1991 in  
>> Eisenstadt (Burgenland). Nach fast vier Jahren öffentlicher Lüge,  
>> Verhöhnung der Opfer und Verleumdung der ihn anzeigenden Ex- 
>> KommunardInnen: "Sie waren doch alle über 14 ... In unserer  
>> Gemeinschaft wurde niemand zu irgendetwas gezwungen, gepreßt oder  
>> genötigt. Am allerwenigsten zum Beischlaf mit dem Chef. Zum  
>> Nötigen hat mir glatt die Zeit gefehlt bei all den  
>> Freiwilligen" [Krone 4.11.90] gab Mühl bereits vor Prozeßbeginn  
>> die meisten seiner Vergehen zu. (Noch in der Anklageschrift vom  
>> 31.5.91 hatte es geheißen: "Der Beschuldigte Mühl gibt an, mit  
>> einer Vielzahl von Frauen der Kommune nach Vollendung ihres 14.  
>> Lebensjahres geschlechtliche Beziehungen unterhalten zu haben. Ihm  
>> sei jedoch keine derartige Führungsposition zugekommen und es habe  
>> ein Autoritätsverhältnis zu den Jugendlichen im Sinne des § 212  
>> StGB nicht bestanden." [AS]) Sogar den Mißbrauch von Unmündigen  
>> (unter 14 Jahren) gestand Mühl nun. Lediglich die Anwendung  
>> physischer wie psychischer Gewalt leugnete er. Leicht gebeugt,  
>> fast untertänig präsentierte sich Otto Mühl in seinem taubengrauen  
>> Anzug mit dezent gestreifter Krawatte dem Gericht. Dem  
>> Blitzlichtgewitter der zahlreichen Photographen stellte er sich  
>> ohne spürbare Erregung. Devot und höflich-unbeteiligt antwortete  
>> er dem Gericht, wenn er gefragt wurde. Kaum vorstellbar, daß  
>> dieser unscheinbare ältere Herr charismatischer Führer oder gar  
>> totalitärer Herrscher einiger hundert Erwachsener gewesen sein  
>> soll. Mühl, auch jetzt noch Meister der Verstellung. Ein Mann der  
>> Gegenwart mit der Fähigkeit des Vergessens. Der zweite Tag des  
>> Prozesses war der Tag der Opfer. Die Presse und andere Zuhörer  
>> waren des Saales verwiesen und sahen lediglich wie die Mädchen  
>> "verängstigt den Gerichtssaal betraten und ihn heulend wieder  
>> verließen" [Standard 15.11.91]. Auch Mühl mußte - auf Wunsch der  
>> Zeuginnen - die meiste Zeit außerhalb des Gerichtssaales  
>> verbringen. Auf den Gängen und im Zeugenzimmer waren die Mädchen  
>> einem subtilen, psychischen Druck ausgesetzt. Mühl-treue  
>> KommunardInnen schrieben ihre Unterhaltungen mit und gaben die  
>> Notizen an den Anwalt Mühl's (E. Wegrostek) weiter, versuchten  
>> einzelne in Gesprächen zu beeinflußen etc. Nach mehreren  
>> Verwarnungen sah sich Richterin Jelinek zum Schutz der Zeuginnen  
>> gezwungen, vier Gendarmen auf den Gängen zu verteilen. (Nicht  
>> umsonst lautete das Fazit von Inspektor Frühstück in der  
>> Sachverhaltsanzeige des Landesgendarmeriekommando vom 23.1.90:  
>> "Aus den Befragungen der ehemaligen Mitglieder und auch bei den  
>> Befragungen der Noch-Mitglieder gewinnt man den Eindruck, daß sie  
>> unter starkem psychischen Druck stehen und vor irgendjemand Angst  
>> haben.") Nach den bewegenden Schilderungen der sieben, von Mühl  
>> mißbrauchten Mädchen folgte - unter Ausschluß der Öffentlichkeit -  
>> die Video-Vorführung eines Zusammenschnittes verschiedener  
>> Selbstdarstellungsabende am Friedrichshof. Neben Gewalttätigkeiten  
>> Otto Mühl's war mehrfach seine Frau Claudia zu sehen, wie sie  
>> minderjährige Buben vor einem enthusiastischen Publikum zum  
>> Oralverkehr nötigte. "Ich habe die Filme gesehen, sie übertreffen  
>> alles Bisherige", sagte die Richterin anschließend. "Die Buben  
>> wollten das nicht, sie haben geweint. Die sind für ihr Leben  
>> geschockt. Es war ihr Bub, ihr eigener Bub und seine  
>> Stiefmutter!" (Einer der Jungen ist der Sohn von Otto Mühl und  
>> Claudia's Schwester.) Staatswanwalt Rabong meinte, noch unter dem  
>> Eindruck der Zeugenaussagen und Videovorführung stehend, in seinem  
>> Plädoyer: "Ich habe schon viele große Prozesse erlebt, aber noch  
>> in keinem hat mich das Schicksal der Opfer so bedrückt wie in  
>> diesem. Mühl hat Terror ausgeübt. Was ein KZ ist, wissen wir aus  
>> der Geschichte. Was die Mädchen am Friedrichshof mitmachen mußten,  
>> war genauso schrecklich. Otto Mühl hat mit Menschen  
>> experimentiert, er hat sie manipuliert. Er war als Künstler so  
>> sensibel, daß er zu wissen glaubte, wenn ein Mädchen 'nein' sagte,  
>> es tatsächlich 'ja' meinen müsse. Die Jugendlichen waren nicht  
>> freiwillig dort, er hatte ihnen die Eltern genommen und damit die  
>> Möglichkeit die Kommune zu verlassen. Sie hatten keine Chance."  
>> Rabong forderte das Gericht auf, die mögliche Höchststrafe von 10  
>> Jahren auszuschöpfen. Rechtsanwalt Steinbauer, der Vertreter einer  
>> Zeugin hob sehr sachkundig in seinem Plädoyer die subtile Methodik  
>> der psychischen Gewalt hervor. Sein Resümee: "Was wir hörten und  
>> sahen war nur die Spitze des Eisberges". Tatsächlich waren die 2  
>> Tage nur ein kleines Fenster in die Vergangenheit. Ein dumpfer  
>> Schatten Kommuneleben der letzten Jahre zog in Form von  
>> Erinnerungs- und Gefühlsfetzen durch den nüchtern eingerichteten  
>> Gerichtssaal. Es war schwer, nicht betroffen zu sein, Mühl gelang  
>> dies. Kaum eine menschliche Regung während der zwei Tage, ganz  
>> offensichtlich sah er sich zu Unrecht dorthin gesetzt. Sicher, er  
>> habe mit den minderjährigen Mädchen geschlafen, aber sie hätten  
>> dies freiwillig getan, ja er habe sich kaum vor den Gelüsten der  
>> Teenager retten könne. Er als Künstler sei so sensibel, daß er  
>> merke, wenn jemand nicht wolle. Haben die Prozeßtage eines  
>> gezeigt, dann ist es die tiefe Gefühl- und Beziehungslosigkeit  
>> Mühl's. Mitgefühl, Einfühlungsvermögen oder gar Mitleid sind ihm  
>> anscheinend fremd. Erst die weitgehende Nicht-Existenz solcher  
>> Gefühle ermöglichte ein System psychischen Terrors, wie es in der  
>> Kommune jahrelang bestand. Die tiefe geistige Isolation der  
>> KommunardInnen bei engster körperlicher Nähe war besonders für die  
>> heranwachsenden Kinder grausam. Eine Erfahrung der Welt außerhalb  
>> des Friedrichshof-Mauern (bzw. Gomera) war verboten, die  
>> Handlungsalternative des Auszugs bestand für sie nicht. Sie waren  
>> schutzlos und dadurch in einem permanenten Zustand psychischer  
>> Destabilität. Körperliche Gewalt reichte als gelegentliche  
>> Drohung, die gegenseitige Kontrolle und Bespitzelung war genug.  
>> Die fehlende Solidarität und die unterentwickelte Fähigkeit des  
>> Mitfühlens von Seiten der erwachsenen KommunardInnen sind eine  
>> schwere Schuld. Immer wieder sah ich während des Prozesses nicht  
>> nur Otto Mühl und Bernd Stein vor ihren RichterInnen, sondern auch  
>> mich und hunderte anderer Erwachsener, die wir einerseits Opfer  
>> und andererseits Mittäter an den Kindern geworden sind. Mittäter  
>> durch unsere selbstbezogene Unfähigkeit die Notlage anderer sehen  
>> zu wollen und zu können. Vielleicht war es gerade diese späte  
>> gegenseitige Bezeugung von Sympathie, Mitgefühl und Solidarität  
>> der erschienen ZeugInnen, die ein wenig das erlittene Unrecht  
>> heilen kann. Nach Jahren der tief vergrabenen Verletzungen endlich  
>> gegenüber höheren RichterInnen den absolut herrschenden Mühl zu  
>> konfrontieren; verschüttete Schmerzen zuzugeben und eine Antwort  
>> zu fordern. Die tiefe Bewegung und der Wahrheitswille der  
>> ZeugInnen prallte von einem selbstgerechten, sich nur formal  
>> schuldig fühlenden Mühl ab. Nach all den Jahren der Nicht-Ethik,  
>> der Nicht-Wahrheit, der Nicht-Gerechtigkeit, den Jahren der  
>> totalen "künstlerischen und spielerischen Freiheit" eines Menschen  
>> war die Erfahrung von abstrakt gesetzten, gesellschaftlich- 
>> traditionellen Werten eine grundlegende Erfahrung. Mag das Urteil  
>> von 7 Jahren Haft für einen Außenstehenden unverständlich ja allzu  
>> streng erscheinen, so sei gesagt: das, was Mühl vor Gericht  
>> erfahren hat und noch in seiner Haft erfahren wird, war  
>> menschlicher als das, was er selbst all die Jahre anrichtete.  
>> Verglichen mit der Summe der Jahre, welche die Bewältigung der  
>> Mühl'schen Psychoterrorherrschaft die Kinder und Jugendlichen  
>> kostet und kosten wird, sind diese 7 Jahre eine milde Strafe. Für  
>> einen, in seiner Kritik ins Destruktive neigenden ehemaligen  
>> Linken wie mich, war es eine bleibende Lektion in Demokratie. Der  
>> Wille zur Kritik und zum Zweifel an gegenwärtigen Mißständen ist  
>> ohne das Vertrauen in die bestehenden demokratischen  
>> Errungenschaften ohne Basis. Die Erfahrung, nach fast 4 Jahren des  
>> Bemühens um Aufklärung, die öffentliche Fassade des Psycho-Terror- 
>> Systems Friedrichshof zerstört zu haben, hat meine kritische  
>> Wahrnehmung mit einem konstruktiven Bemühen verbunden. Diejenigen  
>> Kunstszene-Sympathisanten Mühl's (C.L. Attersee, J.C. Ammann, J.  
>> Hoet, U. Krinzinger, H. Nietsch, O. Oberhuber, K. Oberhuber, H.  
>> Szeemann u.a.), die vor dem Prozeß mit einer gemeinsam  
>> unterschriebenen Erklärung an die "mediale Fairneß" der Presse  
>> appellierten und die nach dem Prozeß feuchte Augen angesichts der  
>> 'Härte' des Staates gegenüber Mühl und seinen verantwortlichen  
>> Frauen hatten, seien gefragt, wo ihr Mitgefühl in den Jahren zuvor  
>> war, als diese Personen wichtige emotionale Grundlagen der  
>> Kommunekinder durch Dummheit und Selbstsucht zerstörten und wann  
>> ihr Appell an Mühl erfolgte, nachdem seit 1988 die Mißstände  
>> veröffentlicht waren. Glaubten sie etwa Mühl's Worten? "Ein  
>> Künstler lebt freier und setzt sich andere Maßstäbe als der Rest  
>> der Menschheit. Der Künstler als Mensch ist frei und nicht mit  
>> herkömmlichen Maßstäben zu messen. Ich habe niemandem Schaden  
>> zugefügt." [Basta 9/91] Hermann Nietsch verglich Mühl sogar mit  
>> Egon Schiele und meinte: "Erotik war dort (am Friedrichshof) ein  
>> Spiel, das war eine Großfamilie, in der es Streitigkeiten gab. In  
>> die sollte sich der Staat nicht einmischen. Hüten wir uns vor  
>> einer sich verselbständigen Justiz." [Basta 9/91] Vielleicht  
>> sollten wir uns ebenso vor der Weltfremdheit von einigen Künstlern  
>> und Kunstmanagern hüten, die da meinen: "Am Friedrichshof sind  
>> alternative Lebensformen zwei Jahrzehnte lang gelebt worden, von  
>> dort sind wichtige Impulse für die österreichische und  
>> internationale Kunst ausgegangen." (Dann geht wohl Bhagwan als  
>> großer Sammler von Rolls-Royce und Edel-Kleidern in die Geschichte  
>> ein.) Nur Günter und Anni verweigerten sich ihren  
>> Künstlerkollegen, aus gutem Grund, sie waren mehrmals einige Tage  
>> am Friedrichshof bzw. in Gomera und hatten hinter die Fassaden  
>> geblickt. Sie schreiben: "Die Kunst ist frei oder sollte frei  
>> sein. Der Künstler aber hat als Mensch die gleiche moralische und  
>> soziale Verpflichtung und ist mit gleichen Maßstäben zu messen wie  
>> jeder andere Mensch.“ (Profil 91/46,s. 86)
>>
>>
>> Am 20.03.2008 um 07:56 schrieb Mathias Lintl:
>>> Ende mit Kaffee und Kuchen.
>>>  Sonntag, 23.3.2008 ab 14 Uhr in Halle 13
>>>  HH-Wilhelmsburg
>>>
>>>  ----------------------------------------------------
>>>
>>>  Lebenslust und sexuelle Befreiung
>>>  Katharina Jensen stellt erstmals aus
>>>
>>>  Von Ernst Brennecke
>>>
>>>  Wilhelmsburg. Wenn der Name Otto Muehl fällt, dann wird die  
>>> Erinnerung an wilde Aktionskunst der 60er-Jahre wach, aber auch  
>>> an Prozesse und Verurteilungen wegen Vergewaltigung und  
>>> Missbrauch sowie an die Kunst-Kommunen in Österreich, auf Gomera  
>>> und in Portugal.
>>>  Die jetzt zwischen Wilhelmsburg und der portugiesischen „Art  
>>> Life Algarve"-Kommune hin und her pendelnde Malerin Katharina  
>>> Jensen stellt zum ersten Mal ihre Bilder öffentlich aus: in der  
>>> Halle 13 in Wilhelmsburg. Zu sehen sind expressive weibliche  
>>> Akte, die ausschließlich Lebensfreude und -lust vermitteln, aber  
>>> auch für sexuelle Befreiung und Erfüllung stehen.
>>>  Mit einer Handbewegung wischt die Künstlerin alle Vorwürfe gegen  
>>> Muehl vom Tisch: „Muehl hat die Kommune für Frauen erfunden",  
>>> schwärmt sie. „Es ist absolut paradiesisch, den ganzen Tag Malen  
>>> und Tanzen." Deshalb kann sie sich auch nicht richtig von der  
>>> Kommune trennen, obwohl sie aus familiären Gründen an  
>>> Wilhelmsburg gebunden ist. „Alles, was ich hier zeige, habe ich  
>>> in der Kommune gelernt," fügt sie noch hinzu.
>>>  Das ist vor allem ein klarer Stil und das Vermögen, mit  
>>> möglichst vielen Materialien gestalten zu können. So wirken die  
>>> Bilder aus der Entfernung wuchtig wie mit Öl gemalt. Erst wenn  
>>> man näher herantritt, ist zu erkennen, dass die meisten Arbeiten  
>>> aus raffiniert verwendeten Stoffen bestehen. Selbst aus einem  
>>> Feudel ist noch ein bemerkenswertes Porträt entstanden.
>>>  Die ausgestellten Bilder wirken in sich geschlossen, gezielte  
>>> Verzeichnungen und damit neu erfundene Flächen sorgen für  
>>> ausdrucksstarke Charakterisierungen. Das ist eine eigene  
>>> Klangfarbe in der Kunst. Schade, dass diese Arbeiten bisher nicht  
>>> in der Öffentlichkeit zu sehen waren und jetzt nur durch einen  
>>> Zufall zu sehen sind.
>>>  Wilhelmsburg, Halle 13, Neuhöfer Straße 23, 14. bis 23. März,  
>>> freitags bis sonntags von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Vernissage  
>>> heute 19 Uhr.
>>>
>>>  Harburger Anzeigen und Nachrichten, 13.3.2008
>>>
>>>  ------------------------------------------------------
>>>  Halle 13 - Neuhöfer Straße 23 - 21107 Hamburg
>>>  mit Bus 13 bis Veringstraße Mitte - www.halle-dreizehn.de
>>>  Die Ausstellung wird unterstützt von KuBaSta e.V. Kunst Bauen  
>>> Stadtentwicklung
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> 21107 Hamburg-Wilhelmsburg
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