[echo] Tamm in der BILD
Tina Fritsche
tina.fritsche at gmx.de
Sat May 10 08:52:06 CEST 2008
Moin, eben in der BILD gefunden, zum Piepen!
Mit Bildern bei
http://www.bild.de/BILD/news/politik/2008/05/10/koerzdoerfer-peter-tamm/gebu
rtstag-museums-eroeffnung,geo=4498440.html
Ciao : Tina
Schiffs-Reporter, Konzern-Lenker, Museums-Gründer: Professor Peter Tamm
feiert am Montag seinen 80. Geburtstag
„Ich liebe die Freiheit, nicht Bevormundung“
Der salzige Hauch der Elbe weht durch das offene Fenster im 3. Stock über
die holzigen Planken seines luftigen Museum-Büros.
Ein Mann wie ein Mast – mit Maßanzug (marine-blau). Er hat kein Handy. Keine
E-Mail. Keinen Computer. Er war noch nie auf Mallorca. Er hat den Weltkrieg
überlebt. Die Bomben-Teppiche. Er fuhr mit dem Lkw Leichenberge – mit 15
Jahren.
Prof. Peter Tamm wird 80
Peter Tamm wird 80 – am Montag. 5 Kinder. 8 Enkel. 50 Jahre Ehe: „Ich habe
unfassbares Glück gehabt im Leben.“ Springers letzter Admiral.
BILD trifft einen Jahrhundert-Mann: „Meine Unsterblichkeit liegt hier. Ich
will meine Funken weitergeben.“
9.00 Uhr. Wir zünden 2 Kuba-Zigarren an („Monte Christo Nr. 3“): „Ich liebe
Freiheit, nicht Bevormundung.“
Als Schiffs-Reporter des „Hamburger Abendblatt“ war er um 7 Uhr am
Schreibtisch. Als Springer-Chef (mit 40!) um 8 Uhr. Als Rentner? Um 9 Uhr.
Sonnabend: 10 Uhr.
BILD: Die Summe des Lebens?
Er zieht ein zigarettendünnes Metallschiffchen aus der Hose: „Damit hat
alles angefangen! Meine Mutter schenkte es mir. Ich war 6.“ (Sein Vater fuhr
U-Boot).
Seine elb-blauen Augen blitzen. Ewige Neugier.
Peter Tamm wird 80
Hans Peter Scherrer, Peter Tamm, Axel Springer und Christian Kracht auf der
Treppe im Foyer des Springerhauses
Tamm war Springers Admiral (43 Jahre im Verlag): „Einen Konzern muss man
führen wie ein Schiff. Im Sturm hilft keine Demokratie“
Foto: Ullstein
4/8
BILD: Das Leben war gut zu Ihnen!?
„Ja. 1. Ich habe den Krieg überlebt. 2. In meinem Schifffahrts-Fimmel bin
ich über Axel Springer gestolpert. 3. Meine Frau.“ (Sie wird 75).
BILD: Lebens-Philosophie?
„Ich weiß, dass ich nichts weiß! Das ganze Leben ist letzten Endes ein Kampf
mit sich selbst – ein Überlebenskampf. Es beginnt mit dem Aufstehen – das
ist die erste Schlacht. Man muss den inneren Schweinehund besiegen.“
*
Kultursenatorin Karin von Welck
Karin von Welck:
„Eine Bereicherung für Hamburg“
Lange vor meiner Zeit als Kultursenatorin in Hamburg lernte ich Peter Tamm
kennen: 1981 bat ich ihn, eins seiner historischen Schiffsmodelle
auszuleihen. mehr ...
Claus Jacobi:
„Willkommen im Club der Erwachsenen!“
Gratulationé zum 80., willkommen im Club der Erwachsenen. Fast ein
Vierteljahrhundert stand Peter Tamm an der Spitze des Springer-Konzerns.
mehr ...
BILD: Regeln für Erfolg?
„Jede Arbeit muss Berufung sein – und Spaß machen. Man muss lieben, was man
tut.“
BILD: Wie wichtig ist Geld?
„Geld ist ein Mittel der Unabhängigkeit – kein Selbstzweck. Mit dem Museum
verschenke ich mein ganzes Vermögen. Aber die höchste Anerkennung ist leider
der Neid.“
BILD: Was läuft falsch in Deutschland?
„Früher galt das WIR. Heute nur noch das ICH. Wir brauchen wieder
Vorbilder.“
BILD: Ihr Idol?
„Admiral Horatio Nelson. (1758–1805). Er war nur 1,50 Meter klein, nur ein
Auge, nur ein Arm. War seekrank, aber der größte Seeheld der Geschichte. Was
für ein Mensch!“
*
Das Internationale Maritime Museum
Maritime Schätze Museum wird am 25. Juni eröffnet
Peter Tamm gilt als weltgrößter Sammler von maritimer Geschichte. Er hortete
maritime Schätze im prächtigen Institut an der Elbchaussee. mehr ...
BILD: Glauben Sie an Gott?
„Die Natur ist mein Gott. Ich war in drei Orkanen auf dem Meer. Wer davor
keine Demut empfindet, weiß nichts.“
BILD: Angst vorm Tod?
Würzige warme Wolken wehen vor seinen klaren Augen: „Nein!!! Aber vorm
Siechtum. Vor Schmerzen. Wenn, dann bitte schnell. Jeder Tag ist auch ein
Kampf gegen den unausweichlichen Tod. Jede Woche öffne ich zwei bis drei
Todesanzeigen. Es lichtet sich. Deshalb müssen unsere Generationen stark wie
eine Anker-Kette aus unserer Geschichte lernen – die Wahrheit verpflichtet.“
Axel Springer legte kurz vor seinem Tod beide Hände auf Tamms Schultern:
„Dem habe ich viel zu verdanken.“
BILD:Was wird bleiben?
„Ausruhen kann ich mich auf’m Friedhof. Wenn in 100 Jahren Kinder dieses
Museum besuchen und fragen: ,Wie hieß der Gründer noch mal?‘ – dann hat man
nicht umsonst gelebt.“
Mehr Politik
Peter Tamm ist ein Anker Hamburgs.
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