Re: [echo] tammtamm: Rolf Becker nimmt Kritik zur ü ck (meldet das Abendblatt)

Brigitta Huhnke bhuhnke at gmx.de
Fri May 23 10:05:28 CEST 2008


nun, wenn der eigene Nazismus im Wege steht, läuft das so, besonders 
anfällig dafür sind Männer!
----- Original Message ----- 
From: "cornelia sollfrank" <cornelia at snafu.de>
To: "echo mailingliste" <echo at soundwarez.org>
Cc: "rolf becker" <rolf.becker at comlink.de>
Sent: Friday, May 23, 2008 9:41 AM
Subject: Re: [echo] tammtamm: Rolf Becker nimmt Kritik zur ü ck (meldet das 
Abendblatt)


interessant, rolf becker wurde eines besseren belehrt?

gut, wenn man promionent ist und private nachhilfestunden bekommt...
vielleicht gab es auch noch häppchen?

was lernen wir daraus?

man sollte NIE prominente in einer solchen initiative haben. mit
diesem bescheuerten text ist die ganze aktion beschädigt.


aber wahrscheinlich hat r.b. sich nur moderat ausgedrückt, und die
springer-presse wusste das mal wieder für sich zu nutzen...

was lernen wir daraus?

man sollte eben NICHT mit der springer-presse reden. wozu haben wir
eigene medien?

c.


Am 23.05.2008 um 07:43 schrieb Tina Fritsche:

> Eben im Abendblatt gefunden, beste Grüße :tina
>
>
>
> Korrektur Nach Treffen mit dem Gründer
> Tamm-Museum: Rolf Becker nimmt Kritik zurück
> Der Schauspieler gehörte zu den Gegnern der neuen Institution.  Jetzt hat 
> er
> sie sich angesehen: "Weltweit bedeutend."
>
> Der Schauspieler Rolf Becker ist prominentestes Mitglied der
> Künstlerinitiative "Tamm Tamm", die sich gegen das geplante 
> Internationale
> Maritime Museum Hamburg und dessen angeblich militaristische  Ausrichtung
> engagiert. Becker, der u. a. mehrere Jahre die Titelrolle im  "Hamburger
> Jedermann" spielte, gehörte zu den "Künstlerpaten", die alle
> Bürgerschaftsabgeordneten über das Tamm-Museum informieren sollten,  war 
> aber
> selbst nur unvollständig im Bilde. Nachdem er das Museum, das am  25. Juni
> eröffnet wird, kürzlich besucht hat und bei dieser Gelegenheit auch  mit
> Gründer Peter Tamm sprechen konnte, revidierte er seine Meinung. Im
> Abendblatt spricht er jetzt erstmals darüber.
>
> Hamburger Abendblatt:
>
> In Ihrem biografischen Wikipedia-Eintrag steht unter "Politisches
> Engagement" auch der Satz: "Der Schauspieler engagiert sich gegen das
> umstrittene Internationale Maritime Museum Hamburg im Kaispeicher  B". Wie
> kam es dazu?
>
> Rolf Becker:
> Der Satz sollte jetzt korrigiert werden. Es ging gegen Militaria,  also 
> habe
> ich gesagt, ich teile den Protest. Wenn ich in einer Initiative,  bei 
> einer
> Demonstration oder wegen sozialer Konflikte im Stadtteil auftrete,
> informiere ich mich erst und nehme dann Stellung. In diesem Fall  schien 
> mir
> die Sache klar. Inzwischen habe ich mir ein genaueres Bild verschafft.
>
> Abendblatt:
>
> Wie kam das zustande?
>
> Becker:
> Einmal aufgrund von Fragen, die sich mir gestellt haben. Hinzu kam  eine
> Zufallsbegegnung mit Frau Nikolov, der Geschäftsführerin der Tamm- 
> Stiftung,
> die mich eingeladen hat, mir das im Bau befindliche Museum  anzusehen. Ich
> war vor einigen Wochen dort und habe auch mit Peter Tamm gesprochen.
>
> Abendblatt:
>
> Wie verlief dieses Gespräch?
>
> Becker:
> Ich habe ihm meine Vorbehalte gegenüber allem Militärischen  genannt. 
> Meine
> Kindheit ist durch die Schrecken der Nazizeit und des Zweiten  Weltkriegs
> geprägt. Entsprechend habe ich mich in der Folge mit den Ursachen  und dem
> Verlauf des Kriegs auseinandergesetzt. Peter Tamm und ich waren und  sind
> sicher in vielen Fragen unterschiedlicher Auffassung, aber wir  konnten 
> offen
> darüber sprechen. Wichtig war auch, dass Tamm mich durch die  Sammlung, so
> weit sie schon eingerichtet war, geführt hat. Ich hatte sie mir in der
> Elbchaussee nicht angesehen.
>
> Abendblatt:
>
> Wie war Ihr Eindruck?
>
> Becker:
> Obwohl ich noch nicht alles sehen konnte, denke ich, dass das  Museum zu 
> den
> weltweit bedeutendsten seiner Art gehört.
>
> Abendblatt:
>
> Wie sehen Sie die Vorwürfe gegen das Projekt heute?
>
> Becker:
> Ich habe Punkt für Punkt nachgefragt. Was ist mit den 30 Millionen  Euro, 
> die
> Sie von der Stadt bekommen haben? Dafür brauchte ich mir aber  eigentlich 
> nur
> das Gebäude anzusehen. Wenn man den restaurierten Kaispeicher B 
> betrachtet,
> fragt man sich, wie das mit den 30 Millionen überhaupt finanzierbar  war. 
> Er
> musste ohnehin saniert werden. Wenn die Hansestadt das gemacht  hätte, 
> wäre
> es vermutlich teurer geworden. Damit entfällt der Vorwurf, die  Stadt 
> hätte
> für das Geld nichts bekommen.
>
> Abendblatt:
>
> Es gab aber noch andere Vorwürfe.
>
> Becker:
> Ja, beispielsweise die Annahme, Tamm habe nur dank seiner  Beziehungen in
> Hamburg die Gelder und den Kaispeicher erhalten. Es hat aber auch aus
> anderen Städten wie Rostock, Kiel und London Angebote für sein
> Museumsprojekt gegeben. Die Initiative, es für Hamburg zu sichern,  ging 
> von
> dem damaligen Ersten Bürgermeister Henning Voscherau aus.
>
> Abendblatt:
>
> Wie steht es mit dem Vorwurf, das Museum sei militaristisch  ausgerichtet?
>
> Becker:
> Ich vermute, dass die kritische Auseinandersetzung mit Peter Tamm  seitens
> unserer Initiative positive Folgen hatte. Es geht um die Art der
> Präsentation und darum, wie die Besucher an die Ausstellungsstücke
> herangeführt werden. Nach dem, was ich bisher gesehen habe, habe  ich 
> nicht
> den Eindruck, dass die Militärgeschichte überproportionalen Anteil  haben
> wird. Man kann die Militaria nicht von der Handelsschifffahrt  trennen. 
> Ich
> gehe davon aus, dass die bisherige Kritik berücksichtigt und  besonderes
> Augenmerk auf eine ausgewogene Darstellung gelegt wird.
>
> Abendblatt:
>
> Halten Sie die Auseinandersetzung, wie sie gelaufen ist, für fair?
>
> Becker:
> Mir geht es um die Sache, nicht um die Person. Dass man die Kritik  an der
> Person Peter Tamm festgemacht hat, habe ich von Anfang an für falsch
> gehalten.
>
> Abendblatt:
>
> Es gibt auch im Vorfeld der Eröffnung des Museums weiterhin Kritik.  Was
> halten Sie davon?
>
> Becker:
> Wir müssen unsere Kritik präzisieren. Die Tatsache, dass zu der  Sammlung
> auch der Marschallstab von Karl Dönitz gehört, macht zwar  betroffen. 
> Wichtig
> aber ist, wie das Museum dazu Stellung nimmt.
>
> Interview: Matthias Gretzschel
>
> erschienen am 23. Mai 2008
>
>
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> echo at soundwarez.org
> http://soundwarez.org/mailman/listinfo/echo

Cornelia Sollfrank
PhD Researcher
School of Media Arts and Imaging
University of Dundee
Visual Research Centre Annexe
22 Springfield
Dundee, DD1 4JE
Tel: +44(1382)386955
Email: C.Sollfrank at dundee.ac.uk





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