[echo] RE: Obama als Erlösung

Tristan von Neumann tristanvonneumann at gmx.de
Mon Nov 10 14:48:52 CET 2008


Kate Bitz schrieb:
> Was seine Präsidentschaft angeht: wait and see. Seine Handlungsmöglichkeiten
> sind alleine schon durch die hohe Staatsverschuldung extrem begrenzt.
> Deswegen besteht seine Hauptaufgabe meiner Meinung nach darin, eine
> verfassungsmäßige öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Er bringt keine
> Erlösung. Er bringt bloß hoffentlich einen Rückkehr aus dem Wahnsinn.
Das liegt doch alles in der Natur des Kapitalismus. Erst werden die 
Staatskassen geleert und Kredite aufgenommen, mittels Krieg, und dann 
darf ein Demokrat aufräumen (Siehe Bush II. (Bush I. war der alte Nazi) 
und Clinton). Wenn alles wieder stabil ist, kommt ein neuer Krieg (Bush 
III), der dem Militärisch-Industriellen Komplex wieder Geld bringt. Und 
woher kommt das Geld? Von den Banken. Wer steuert? Die FED, ein 
Privatkonsortium mit den Privilegien einer Staatsbank, ein Monster, das 
Woodrow Wilson auf Druck der Großbanken geschaffen und später bereut hat.
Seit 100 Jahren wächst die Macht dieser Großbanken. Gerade jetzt konnten 
die Rockefellers &Consorten die Pleitebanken billig aufkaufen.
Der Dollar steigt wieder - merkt einer was?
Und der Präsident ist eine Marionette. Das ist ein strukturelles 
Problem, aber ich fürchte leider nicht mehr aufzulösen. Es läuft auf ein 
Bankenmonopol hinaus (Weltbank) und die Abhängigkeit der gesamten Welt 
vom Dollar, oder einer neuen Weltwährung.
Marx wusste das wohl auch schon alles.

Die Abhängigkeit der Regierungen von Kredit ist beleibe kein neues 
Problem. Karl V. hat den Großkapitalisten der Familie Welser das neu 
entdeckte Venezuela quasi geschenkt, um seine Schulden zu bezahlen.



Hier noch der Tucholsky, der in letzter Zeit wieder öfter die Runde macht:

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in “Die Weltbühne”





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