[Surveillance-Studies-l] call for papers

Wehrheim jan.wehrheim at uni-oldenburg.de
Mit Aug 30 13:56:15 CEST 2006


Hallo,
anbei ein Call for Papers, der zwar nur am Rande etwas mit Überwachung 
zu tun hat, jedoch für einige von Interesse sein dürfte.
Beste Grüße
Jan Wehrheim



Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie (GiwK)
AK Politische Geographie
Call for Papers
Tagung
Kriminalität und Raum – Das Projekt einer ‚kritischen Kriminalgeographie’

Termin: 14./15. September 2007; Ort: Universität Potsdam
Sowohl Raum/Räumlichkeit als auch Kriminalität/Kriminalisierung sind 
Ergebnisse sozialer Konstruktionen/Produktionen. Weder ist Raum rein 
physikalisch als Container zu verstehen, noch ist Kriminalität oder 
Abweichung etwas ontisches. Die seit einigen Jahren auch hierzulande 
wieder boomende Mainstream-Kriminalgeographie hingegen ist sowohl 
ätiologisch orientiert als auch einem Containerraumverständnis 
verhaftet; dabei interessiert sie sich vor allem für die Bedeutung von 
Raum bzw. für die spezifischen Merkmale von Räumlichkeiten für die 
Chancen der Begehung kriminalisierbarer Handlungen und in jüngerer Zeit 
verstärkt auch für Sicherheitsempfindungen/Kriminalitätsfurcht in 
öffentlichen Räumen. Die (erneute) Beliebtheit dieses Ansatzes 
korrespondiert mit dem ökonomischen, sozialen und demographischen Wandel 
der letzten Jahrzehnte und dem daraus gezogenen kriminalpolitischen 
Konsequenzen.
Eine „kritische Kriminalgeographie“ stellt sich und muss sich 
(insbesondere zwei) andere Fragen stellen: Erstens: Welche Bedeutung hat 
Raum für die Definition/Konstruktion einer Handlung, Person oder Gruppe 
als deviant/kriminell? Zweitens: Welche Bedeutung haben 
Devianz/Kriminalität für die Konstruktion/Produktion von Raum?
Sich diesen Fragen aus unterschiedlichen (auch disziplinären) Richtungen 
anzunähern, ist das Ziel der Tagung. Theoretische und empirische 
Beiträge zu folgenden Themenbereichen/Fragen sind erwünscht:
1. Neues aus der „alten“ Kriminalgeographie
2. Diskursive und strategische Produktionen sicherer und unsicherer 
Räume durch Politik, Medien, Populärkultur, Subkulturen etc., 
'Geschichte(n)' unsicherer Räume
3. Verräumlichung sozialer Kontrolle: Amoralische Kriminalprävention 
oder Governing through crime through space? Unterschiedliche 
Interventionsformen und -tiefen in unterschiedlichen Räumen?
4. Geographische Informationssysteme (GIS): Crime Mapping zwischen 
Kriminalistik und Kriminal- sowie Raumpolitik.
5. Spatial and Temporal Dimensions of Cultural Criminology. 
Unterschiedliche Aneignungen und Be-Deutungen von Raum/Abweichung als 
Produkte kultureller und/oder genderspezifischer Differenzierungen. 
Räume, Unsicherheit und Emotionen, unsichere Räume „by night and day“.
6. Zu den Bedeutungen von No-Go-Areas: Die (mediale) Fixierung einer 
politisch motivierten Raumkonstruktion
7. Raum, Exklusion, Protest und deren Kontrolle: soziale Brennpunkte, 
banlieus, Ghettos
Vortragsangebote sind bis zum 28. Februar 2007 an das Veranstaltungs- 
und Organisationsteam, bestehend aus Bernd Belina 
(belina at uni-potsdam.de), Herbert Reinke (reinke at uni-wuppertal.de), 
Sascha Schierz (sascha.schierz at gmx.de) und Jan Wehrheim 
(jan.wehrheim at uni-oldenburg.de) zu richten.