RE: AW: [Surveillance-Studies-l] FWD: Veranstaltung »Survivaltraining im (Selbst)Überwachungsstaat« am 23.11. in Wuppertal
Lars Alberth
lars_alberth at yahoo.de
Sun Nov 19 23:00:50 CET 2006
Aber bitte doch...
Kommt jemand?
--- Tina Guenther <mail at tguenther.de> schrieb:
> Hallo Lars,
>
> vielen Dank für die Info!!
>
> Beste Grüße
>
> Tina Guenther
>
> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: surveillance-studies-l-bounces at soundwarez.org
>
[mailto:surveillance-studies-l-bounces at soundwarez.org]
> Im Auftrag von Lars
> Alberth
> Gesendet: Donnerstag, 16. November 2006 17:54
> An: surveillance-studies-l at soundwarez.org
> Betreff: [Surveillance-Studies-l] FWD: Veranstaltung
> »Survivaltraining im
> (Selbst)Überwachungsstaat« am 23.11. in Wuppertal
>
> Hier eine weitergeleitet Nachricht zu einer
> Veranstaltung in Wuppertal.
>
> mfg
>
> Lars
> --- cecil.arndt at web.de schrieb:
>
> > Datum: Thu, 16 Nov 2006 14:13:40 +0100
> > Von: cecil.arndt at web.de
> > An: akg at ilpostino.jpberlin.de
> > Betreff: Veranstaltung »Survivaltraining im
> > (Selbst)Überwac
> > hungsstaat« am 23.11. in Wuppertal
> >
> > ---- Einladung mit der Bitte um
> > Weiterleitung/Ankündigung/Bewerbung----
> >
> >
> >
> > *Survivaltraining im (Selbst)Überwachungsstaat*
> > *Leerstellen und Brüche im (Er)Leben von
> > Kontrollwahn und
> > Integrationsneurose*
> > **
> > *Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, 23.
> > November 2006, um 19.30 Uhr*
> > *Alte Feuerwache Wuppertal (Gathe 6, Nähe
> > Hauptbahnhof)*
> >
> > mit Katharina Pühl (Basel) und Volker Eick
> (Berlin)*
> > Der Eintritt ist frei! **
> >
> >
> > Die *Stiftung W.* lädt herzlich zu einer
> > Diskussionsveranstaltung am
> > Donnerstag, 23.11.06, um 19.30 Uhr in die Alte
> > Feuerwache (Wuppertal) ein.
> >
> > Folgende Fragen sollen erörtert werden:
> >
> > Welchen Wandel von staatlicher und
> privat(isier)ter
> > Überwachung, von Kontrollformen und -Institutionen
> > und Selbstzurichtungen und -kontrollen erleben wir
> > gerade? Wie haben sich Alltag, Lebensplanung und
> > Gestaltung der Einzelnen sowie der Vielen und
> > politische Handlungsmöglichkeiten dadurch
> verändert?
> > Wo sind in diesem System möglicherweise
> Leerstellen
> > und Brüche auszumachen? Lassen sie sich nutzen für
> > politische Forderungen und kollektives Handeln,für
> > kleine und größere Verweigerungen, für soziale
> > Bewegungen, für Träume?
> >
> > Die Veranstaltung:
> >
> > *Survivaltraining im (Selbst)Überwachungsstaat*
> >
> > *Leerstellen und Brüche im (Er)Leben von
> > Kontrollwahn und Integrationsneurose*
> >
> > *Eine Veranstaltung der Stiftung W. im Rahmen der
> > Reihe »Wilde Wisionen
> > verzweifelt gesucht«*
> >
> > Dass sich das Lebensgefühl und die
> > Zukunftsperspektiven der Einzelnen in den letzten
> > Jahren radikal verändert haben, bemerken wir wohl
> > alle. Ob bei der (weiteren) Kürzung von
> > Sozialleistungen, beim ALG2-Kontrollbesuch oder
> bei
> > der x-ten unbezahlten Überstunde: Stets wird die
> > Drohung transportiert, bei mangelnder »Leistungs-
> > und Integrationsbereitschaft« und ungenügender
> > »Eigenverantwortung« möglicherweise demnächst sehr
> > hart auf dem »Boden der Realität« zu landen.
> Dieser
> > Drohung kann sich zurzeit kaum jemand entziehen.
> >
> > Die in diesem Zusammenhang konstruierten
> > Bedrohungsszenarien sind vielfältig: Vermeintlich
> > umstellt von »Sozialschmarotzern«, von
> > »Bootsflüchtlingen« und »Kofferbombern« einerseits
> > und andererseits unter
> > Zugzwang gesetzt von unzähligen Diskursen über
> leere
> > Staatskassen, poröse Grenzen und uneffektive
> > Sicherheitssysteme, geht es jetzt für die zivile
> > Gesellschaft und jedeN EinzelneN darum, die eigene
> > Pole-Position täglich neu zu erkämpfen und zu
> > verteidigen.
> >
> > Im Namen der Angst vor einer unsicheren und
> > bedrohten Zukunft wird nicht nur auf Urlaub und
> > Freizeit verzichtet, auf den faulen Nachbarn
> > geschimpft, werden Selbstauskünfte erteilt und
> > Anpassungsleistungen erbracht, wird hier und da
> auch
> > denunziert und die eigene Zeit bis ins letzte
> > »vernünftig« verplant, wird im Privaten vorgesorgt
> > und im Öffentlichen missgönnt. In jedem Fall aber
> > wird, so läßt man uns wissen, allerorts nach
> > »Sicherheit« und Ordnung gerufen.
> >
> > Der Staat sowie zunehmend kommerzielle und
> > »zivilgesellschaftliche« Akteure lohnen diese
> > Selbstzurichtungen und Selbstüberwachungen der
> > Einzelnen mit »Kontrolle light«: Ein Netz aus
> > Polizei, Ordnungsamtsangestellten, privaten
> > Sicherheitsdiensten, Rail-Marshals, Bürgerwehren
> und
> > aufmerksamer Nachbarschaft soll die gewünschte
> > »Sicherheit« vermitteln. Dafür soll teilweise auf
> > Grundrechte verzichtet und eine allgegenwärtige
> > Überwachung und Kontrolle in Kauf genommen werden.
> > Wer dies nicht akzeptiert, so der öffentliche
> > Diskurs, hat was zu verbergen. Und wer schon zuvor
> > »seinen Beitrag« nicht geleistet hat, der soll
> froh
> > sein, dass er nun für einen Euro mehr bei der Hand
> > genommen wird und zur Sicherung öffentlicher
> > Disziplin und Ordnung beitragen darf.
> >
> > Aber: Lässt sich aus den veränderten
> > Alltagsbedingungen tatsächlich nur ableiten, dass
> > alles immer schlimmer wird? Oder lassen sich aus
> der
> > gegenwärtigen Situation auch neue Möglichkeiten
> für
> > politisches Handeln, für soziale Bewegungen und
> > Alltagswiderstände gewinnen?
> >
> > In unserer Veranstaltung wollen wir den Blick auf
> > die aktuellen neoliberalen Kontrollformen und auf
> > den Eigenanteil richten, den jedeR im Sinne der
> > Selbstaktivierung darin leisten soll. Hierbei geht
> > es uns nicht nur um die Beleuchtung der radikal
> > veränderten Bedingungen von Alltag, Arbeit,
> > Lebensplanung und möglicherweise politischer
> > Aktivität, sondern auch darum, sich die
> Leerstellen
> > und Brüche im scheinbar Alles und Alle erfassenden
> > Kontroll- und Überwachungssystem anzuschauen. Wie
> > können wir diese für eine veränderte und
> verändernde
> > Weltwahrnehmung nutzen? Lassen sich die
> produzierten
> > Leerstellen und Überschüsse in neue Formen
> > widerständigen politischen Handelns verwandeln
> oder
> > lassen sich zumindest bekannte Formen damit
> > wiederbeleben? Setzen neue Lebensbedingungen nicht
> > auch neue Bedingungen und Möglichkeiten von und
> für
> > politische Forderungen und kollektives Handeln,
> für
> > kleinere und größere Verweigerungen, für soziale
> > Bewegungen und Träume frei?
> >
> > *Die ReferentInnen:*
> >
> > Katharina Pühl ist Sozialwissenschaftlerin und
> lebt
> > in Basel. Sie arbeitet
> > zu den Themen feministische Gesellschaftstheorie
> und
> > Queer Theory, neue
> > Regierungsformen sowie Subjektivierungsstrategien
> im
> > Neoliberalismus.
> >
> > Volker Eick ist Politikwissenschaftler und lebt in
> > Berlin. Seine
> > Forschungsschwerpunkte umfassen städtische
> > Sicherheitsregime, kommerzielle
> > Sicherheitsdienste, neue soziale Bewegungen und
> > lokale Governance-Konzepte.
> >
> >
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