[Surveillance-Studies-l] do 10.7.-Umstrittenes Terrain-Fliegende Kameras als Ausdruck neuer Trends von Überwachung [SaU]

Seminar für angewandte Unsicherheit unsicherheit at gmx.de
Sun Jul 6 12:20:17 CEST 2008


Hallo liebe Unsicherheits-Interessierte,

in der 11. Veranstaltung unserer Reihe "Europareise - spielend Europas 
Grenzen entdecken" wenden wir uns den europäischen Städten zu, deren 
Sicherheit demnächst auch mittels fliegender Kamera-Drohnen gesichert 
werden soll. Bei der Männer-Fussball-EM in der Schweiz und bei einer 
Häuserräumung in Amsterdam waren sie schon im Einsatz, die sächsische 
Polizei hingegen will lieber noch etwas üben. ( 
http://euro-police.noblogs.org/post/2008/04/03/startschwierigkeiten-f-r-fliegende-kamera 
)

Das vollständige Programm gibt es hier:
http://www.sau.net.ms


Do 10.7.
19 uhr
Hörsaal 3059, HU, Unter den Linden 6

›Umstrittenes Terrain‹
Fliegende Kameras als Ausdruck neuer Trends von Überwachung

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden bereits in wenigen Jahren 
75 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben – und damit auch die 
Auseinandersetzungen im und um den urbanen Raum angesichts zunehmender 
sozioökonomischer Spaltungen zunehmen.

Diese Auseinandersetzungen sind nicht neu, und die Pariser Boulevards, 
Avenuen und Sichtachsen des späten 19. Jahrhunderts verdanken sich 
beispielsweise auch militärischen Überlegungen (›Haussmannisierung‹). In 
den diversen (staatlichen) Sicherheitsapparaten findet kontinuierlich 
eine intensive Auseinandersetzung darüber statt, wie, von wem und mit 
welchen Mitteln die Kontrolle des urbanen Raums zu bewerkstelligen sei. 
Der Verweis auf 9/11, wenn von angeblich neuen Herausforderungen 
gesprochen wird, kann insoweit getrost als Ideologie abgetan werden. Neu 
sind vielmehr eine stärkere Fokussierung auf Territorien (statt auf 
Einzelpersonen oder Gruppen), eine intensivierte Technisierung der 
Überwachung und die gleichzeitige Pluralisierung bei der ›Bearbeitung‹ 
des urbanen Raums: Die Trias von Staat, Wirtschaft und 
›Zivilgesellschaft‹ ist an dieser Bearbeitung in unterschiedlichen 
Konstellationen (Partnerships, Networks, Competition) eingebunden.

Diese Trends – Territorialisierung, Technisierung, Trias – gehen einher 
mit einer ›Bewertung‹ dieser Räume, die so beispielsweise zu 
Containment-Räumen, No-go-areas, zu Erlebniszonen und High 
Consumtion-Bereichen gemacht und entsprechend bearbeitet werden. »Es 
herrscht immer Krieg in unseren Städten«, hatte Bertolt Brecht das in 
vergleichbarem Zusammenhang genannt. Der Vortrag zeigt an drei 
Beispielen, was das heute bedeuten kann.

In der Veranstaltung zeigen wir anhand des militärischen und 
polizeilichen Einsatzes sog. ›Drohnen‹ (›Unmanned Air Vehicles‹) wie das 
neue Sicherheitsdispositiv praktisch wird.

Volker Eick ist Politikwissenschaftler am John F. Kennedy-Institut 
(Abteilung Politik) der Freien Universität Berlin .

Matthias Monroy ist seit 2001 am Projekt "Gipfelsoli" zur Mobilisierung 
und Solidaritätsarbeit bei Gipfelprotesten beteiligt. Ein weiterer 
Schwerpunkt ist die fortschreitende europäische Polizeizusammenarbeit.
http://euro-police.noblogs.org/


grüsse
Eure Säue





-- 
---------------------------------------------
Seminar für angewandte Unsicherheit [SaU]
http://www.sau.net.ms
unsicherheit at gmx.net

gpg-key available

---------------------------------------------








More information about the Surveillance-studies-l mailing list