[Surveillance-Studies-l] FANCITY 2008. Veranstaltungen zur Eventisierung der Stadt

Eric Toepfer toepfer at ztg.tu-berlin.de
Wed Mar 12 12:10:10 CET 2008


... vielleicht insbesondere für Menschen im Süden der Republik und der Schweiz von Interesse.

Grüße
Eric 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Betreff: FANCITY 2008. Veranstaltungen zur Eventisierung der Stadt

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FANCITY 2008. Veranstaltungen zur Eventisierung der Stadt
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Mit der Etablierung so genannter "Public-Viewing"-Zonen und "Fan- 
Meilen" an repräsentativen Orten der Stadt haben sich internationale  
Fussballturniere wie die Welt- und Europameisterschaften zu urbanen  
Massenevents entwickelt: Ganze Innenstädte werden in Erlebnis- und  
Konsumzonen transformiert. Die Austragungsstädte versuchen, die  
steigende Popularität von Fussballevents aktiv für ihr  
Standortmarketing zu nutzen, während die privaten Veranstalter die  
Vermarktungsbedingungen vorgeben und zentrale Stadträume für die  
Werbung ihrer Exklusivsponsoren in Beschlag nehmen. Gleichzeitig  
dienen die Massenveranstaltungen der Umsetzung erweiterter  
Überwachungs- und Kontrolldispositive in Form von Grosseinsätzen von  
Polizei und Armee, umfangreichen "Anti-Hooligan"-Massnahmen,  
Absperrungen und Zugangskontrollen in städtischen Räumen und der  
Erprobung neuer Überwachungstechnologien. Die Veranstaltungsreihe  
FANCITY thematisiert Fussball-Megaevents wie die WM 2006 in  
Deutschland und die bevorstehende EM 2008 in der Schweiz und  
Österreich als Symptome der gegenwärtigen neoliberalen  
Stadtentwicklung und diskutiert ihre Auswirkungen auf Stadt und  
öffentlichen Raum anhand der Schwerpunkte Vermarktung und Kontrolle.

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Fabrik in Zusammenarbeit mit Anke  
Hagemann, Big Brother Awards Schweiz und dem stadt.labor.
Information:  www.rotefabrik.ch/fancity, fancity at rotefabrik.ch

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Mi, 26.3.2008:

SCHAUPLATZ: Standort, Event und Vermarktung
Kurzvorträge und Podiumsdiskussion
20 Uhr, Clubraum Rote Fabrik

Standortmarketing, Tourismusförderung und erhoffter Imagegewinn sind  
wichtige Motivationen der Länder und Städte für die kostspielige  
Austragung grosser Sportevents. Nation Branding und städtische  
Profilierung werden immer wichtiger im globalen Standortwettbewerb  
wie auch in der Herstellung kollektiver Identitäten. So gehören  
Grossevents inzwischen zum klassischen Repertoire der  
unternehmerischen Stadtpolitik - oft auf Kosten einer sozial  
nachhaltigen Stadtentwicklung. Doch während sich die Städte mit den  
Fussballevents in Szene setzen, nutzen die privaten Veranstalter FIFA  
und UEFA die Städte gleichermassen als Werbefläche: Wie die Stadien,  
so sind auch die städtischen "Fanzonen" beherrscht von den  
Vermarktungsinteressen und Inszenierungen der Exklusivsponsoren:  
Globale Marken besetzen strategische Orte in der Stadt.

Kurzvorträge:
Marika Molter (Grafik-Designerin, Institut Design2Kontext/ZHdK,  
Düsseldorf/Zürich):
"One World One Dream - Die visuelle Präsenz der Olympischen Spiele in  
Peking" (Ein Reisebericht)

Barbara Schönig (Barbara Schönig, wissenschaftliche Mitarbeiterin  
Planungs- und Architektursoziologie, TU Berlin.):
"Berlin Fan City 2006: Public Viewing Events und die  
Kommerzialisierung städtischen Raums"

Wolfram Manzenreiter (Sozialanthropologe, Institut für  
Ostasienwissenschaften der Universität Wien):
"Von Träumen und Schäumen: Kosten und Nutzen von Sport-Mega Events"

Diskussionsgäste:
Christian Schmid (Stadtgeograf, Dozentur Soziologie/Dept.  
Architektur, ETH Zürich)
Luzius Theiler (Stadtrat und Mitglied des "Komitee gegen €-08- 
Diktat", Bern)

Moderation: Richard Wolff (Stadtforscher, INURA, Zürich)

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weitere Veranstaltungen der Reihe:
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Mi, 9.4.2008

STRAFRAUM: Sicherheitsrhetorik und urbane Kontrolle
Kurzvorträge und Podiumsdiskussion
20 Uhr, Clubraum Rote Fabrik

Megasportevents wie die Fussball-WM und -EM bringen eine Ausweitung  
von Überwachung und Kontrolle im städtischen, nationalen und  
internationalen Massstab mit sich. Die erwartete Menge an  
BesucherInnen wie auch die vermuteten Gefahren von Terror,  
Hooliganismus und ansteigender Kriminalität begründen Polizeieinsätze  
von ungekanntem Ausmass, private Sicherheitsdienste in öffentlichen  
Räumen, Armeeeinsätze im Innern, umfangreiche "Hooligan"-Datenbanken  
und die Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Die Stadträume sind  
betroffen durch zusätzliche "Sicherheitsringe" um die Stadien, die  
Ausweitung der Videoüberwachung und die Einzäunung und Kontrolle der  
"Public-Viewing"-Grossveranstaltungen. Die öffentlich finanzierten  
Sicherheitsmassnahmen gehen dabei oft mit privaten  
Wirtschaftsinteressen einher. Mit der Rhetorik des Ausnahmezustands  
wird der Ausbau staatlicher Kontrollregimes legitimiert und ein  
Testfeld zur Erprobung neuer Überwachungstechnologien geschaffen.  
Viele Massnahmen, die Datenschutz und Bürgerrechte zunehmend  
einschränken, bleiben auch nach den Veranstaltungen bestehen.

U.a. mit: Francisco Klauser (Geograf, University of Durham), Volker  
Eick (Politikwissenschaftler, FU Berlin), Bernhard Hachleitner  
(Historiker, Wien), Moderation: Christoph Müller (Soziologe, Big  
Brother Awards, Zürich).

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Mo, 14.4.2008

HEIMSPIEL: Marsch über die Gleise
Kommentierter Stadtrundgang vom Letzigrund- zum Hardturm-Stadion
Gespräche mit: Marie-Claude Bétrix (Architektin, Bétrix & Consolascio  
Architekten), Vertreter der FCZ-Südkurve, Christian Schmid  
(Stadtgeograf, Anwohner), Tania Schellenberg (Umweltfachfrau,  
Anwohnerin).
18 Uhr, Treffpunkt: Tramstation Letzigrund, bitte Velo mitbringen.

Die Austragung grosser Sportevents geht häufig mit dem Neubau  
moderner Stadien einher - Grossanlässe werden gern genutzt, um  
umstrittene Vorhaben effizient und konsensfähig umzusetzen. Ob  
städtische Multifunktionsarena oder privat finanziertes  
Fussballstadion mit kommerzieller "Mantelnutzung": Sportarenen sind  
längst zu architektonischen Ikonen für das Event, den Verein oder die  
Stadt geworden. Auf einem Rundgang fragen wir die Letzigrund- 
Architektin Marie-Claude Bétrix, wie offen man ein Stadion gestalten  
kann, einen Vertreter der FCZ-Südkurve, wie sich die Fankultur mit  
der EM 2008 verändert und den Stadtforscher Christian Schmid, welche  
Rolle der Stadionneubau in der Quartierentwicklung einnimmt. Am  
Hardturmstadion wird Tania Schellenberg Auskunft über den Widerstand  
gegen die Neubaupläne geben.

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Juni/Juli 2008

FANCITYMAP: Workshop und Ausstellung
05.-12.06.2008: Kartografieworkshop zur EM 2008 in Zürich
27.06.- 27.07.2008: Ausstellung in der Shedhalle

Wie verändert sich die Stadt Zürich während der EM 2008? Wie  
präsentiert sie sich als Marke? Wie wird sie als Werbefläche genutzt?  
Wie überträgt sich die Sicherheitslogik auf den urbanen Raum? Welche  
spontanen und informellen Strukturen prägen neben den offiziellen  
Veranstaltungen die Stadt? In einem einwöchigen Workshop zu Beginn  
der EM 2008 werden die stadträumlichen Erscheinungsformen des  
Fussballturniers vor Ort untersucht, dokumentiert und in einer  
kollektiven Kartografie visualisiert. Der Workshop lädt  
ArchitektInnen, KünstlerInnen und StadtforscherInnen ein und wendet  
sich mit einem Open Call an alle Interessierten, insbesondere an  
Studierende aus raumbezogenen, gestalterischen und künstlerischen  
Studiengängen. Die FANCITY-Kartografie wird mit einem gedruckten  
Faltplan und mit einer Ausstellung in der Shedhalle präsentiert.

Hosted by Shedhalle.
Information: fancity at rotefabrik.ch

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weitere Veranstaltungen zum Thema der EM 2008:
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FRÜHLINGSÜBERWACHEN: EM 2008 und die Folgen
Veranstaltungen zu Kontrolle und Überwachung

Polizei - welche Polizei?
Mittwoch, 02.04.2008, 20 Uhr, Clubraum Rote Fabrik

Filter, Ventile, Schleusen: Stadionarchitektur und Zugangsregulierung
Mittwoch, 16.04.2008, 20 Uhr, Clubraum Rote Fabrik

Einschüchtern, Einzäunen, Aussperren
Mittwoch, 23.04.2008, 20 Uhr, Clubraum Rote Fabrik

www.bigbrotherawards.ch

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