[Surveillance-Studies-l] Veranstaltungsreihe der [SaU]: Europareise
- Spielend Europas Grenzen entdecken
Seminar für angewandte Unsicherheit
unsicherheit at gmx.de
Fri May 2 17:13:24 CEST 2008
Hallo liebe Unsicherheits-Interessierte,
Am Donnerstag 8.5. beginnt unsere neue Reihe mit einer Veranstaltung zur
Militarisierung Europas, Referentinnen sind Ilka Schröder und Claudia
Haydt (Informationsstelle Militarisierung), hier das komplette Programm.
Schöne Grüsse von der [SaU]
http://www.sau.net.ms
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EUROPAREISE
Spielend Europas Grenzen entdecken
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eine Veranstaltungsreihe des Seminars für angewandte Unsicherheit [SaU]
im Rahmen der antirassistischen de*fence-Kampagne anläßlich des 15.
Jahrestags der Abschaffung des Grundrechts auf Asyl.
http://www.sau.net.ms
http://www.recht-auf-migration.de.vu
Die Veranstaltungen finden jeweils donnerstags um 19Uhr in der Humboldt
Uni Berlin, Unter den Linden 6 statt:
- Hörsaal 3059 (Westflügel)
- sbz krähenfuss (Ostflügel)
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Veranstaltungsüberblick
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do 8.5.
#1 - Fightclub Europe - Warum die EU aufrüstet und warum sie auch in
Zukunft keinen Frieden geben wird
do 15.5.
#2 - Europas Krieg gegen MigrantInnen an der neuen Ostgrenze -
Mobilisierungsveranstaltung zum Aktionstag am 6.Juni in Warschau
do 22.5.
#3 - Arbeitskämpfe in Polen
do 29.5.
#4 - Von Berlusconi bis Bertelsmann:
Die Macht der Medienkonzerne in Europa
do 5.6.
#5 - Frontex und die Militarisierung der europäischen Südgrenze
do 12.6.
#6 - Polizeikooperationen gegen das Prostitutionsgewerbe
do 19.6.
#7 - FILM: Minority Report
do 26.6.
#8 - FILM: Lichter
do 3.7.
#9 - FILM: Dirty Pretty Things
sa 5.7.
#10 - Demonstration: Recht auf Migration
do 10.7.
#11 - ›Terrain‹
Fliegende Kameras als Ausdruck neuer Trends von Überwachung
do 17.7.
#12 - FILM: Children of Men
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Einleitung
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Spielend Europas Grenzen entdecken
Unsere Veranstaltungs-Reise führt dieses Mal quer durch Europa. Vom
Mythos des friedliebenden Good Old Europe angelockt, betrachten wir
zunächst neugierig „friedensschaffende Maßnahmen“ und andere militärisch
durchsetzte Interessens-politik.
Ähnlich fürsorglich geht es an den militärisch aufgerüsteten
Außengrenzen zu. Hier sorgt zur Begrüßung u.a. die europä-ische
„Grenzschutzagentur“ Frontex dafür, dass auch nur die reinkommen, die
auch wirklich einen wirtschaftlichen Nutzen erfüllen. Alle anderen
machen Bekanntschaft mit Kriegsschiffen, Stacheldraht und
Schleierfahndung – und werden doch am liebsten schon ausserhalb der EU
in Lager interniert. Wir werden das am Beispiel des ukrainischen Lagers
Pawschino erfahren. Dann unternehmen wir eine Segeltour durchs
Mittelmeer, wo die „Grenzsicherung“ den Tod durch Ertrinken für Tausende
Migrant_innen bedeutet.
Um die „Migrationsabwehr“ (Schäuble) zu perfektionieren, werden
Datenbanken zusammengefasst, vereinheitlicht und ausgebaut, wie z.B. im
Schengener Informationssystem.
Die Datensammelwut macht jedoch nicht Halt an den europäischen
Außengrenzen, sondern greift auch innerhalb der EU um sich – nur heißt
dann das Schlagwort „Terrorabwehr“, mit dem sämtliche Eingriffe in die
Lebensbedingungen gerechtfertigt werden.
Propagandistisch untermalt wird die neue Überwachungswelle von einer
europäischen Medienlandschaft, die aus nur wenigen Konglomeraten besteht
– das Berlusconi-Imperium ist wohl das prominenteste, aber auch
Bertelsmann und WAZ lohnt es sich zu untersuchen. Gerade letztere
übernehmen paketweise Verlage und Fernsehsender in Osteuropa und
bestimmen so das dortige politische Geschehen mit.
Auch in Polen wird inzwischen fleissig investiert. Doch das Kapital hat
es nicht mehr so leicht, die Arbeitenden organisieren sich, es gibt
Streiks und Lohnerhöhungen. Ehemals war die Zahl der polnischen
Arbeitsmigrant_innen überall in Europa sehr hoch, jetzt ist Polen selber
Ziel von Arbeitsmigrant_innen, vor allem aus dem Osten. Teils legal,
teils illegalisiert arbeiten sie unter schlechten Arbeitsbedingungen.
Besonders prekär sind diese Arbeitsbedingungen bei migrantischen
Sexarbeiter_innen, die auch noch damit zu kämpfen haben, dass die
sogenannte Zivilgesellschaft in Form von NGOs illegalisierte
Sexarbeiter_innen an die Polizei verpfeifen.
Die Einbindung von Zivilgesellschaft in eine Kooperation mit Wirtschaft
und Staat zur Kontrolle und (Neu-)Bewertung des urbanen Raums führt uns
zu dem letzten Highlight unserer Reise – dem „Kampf um die Städte“, in
welchem demnächst Drohnen, also fliegende Kameras, für Ordnung sorgen
sollen.
Und natürlich sehen wir uns auf der Demonstration am 5.Juli anlässlich
des 15. Jahrestags der Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, um das
Recht auf ein unkontrolliertes Leben für alle zu fordern...
Viel Spaß wünscht Euch das
Seminar für angewandte Unsicherheit [SaU]
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Veranstaltungen
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#1
Do 8.5.
19 uhr
Hörsaal 3059, HU
Fightclub Europe
Warum die EU aufrüstet und warum sie auch in Zukunft keinen Frieden
geben wird
Die Rüstungsindustrie darf sich zweifelsohne über die außenpolitische
Machtansprüche Brüssels und deren materielle Konsequenzen freuen. Dass
die EU-Staaten aber ein ganz eigenes Interesse daran haben, neben der
wirtschaftlichen und politischen Potenz auch eine militärische gegen den
Rest der Welt in Stellung bringen zu können und dabei nur von ihren
eigenen Interessen-gegensätzen gebremst werden, soll diskutiert werden.
Aber auch die Militarisierung innerhalb Europas schreitet voran. Die
europäische Polizeitruppe in Vicenza (European Gendarmerie Force), die
u.a. zur „Aufstandsbekämpfung“ eingesetzt werden soll, ist ein aktuelles
Beispiel dafür.
Ilka Schröder war bis 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments und
arbeitet heute als Publizistin und Dozentin.
Claudia Haydt von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) arbeitet
schwerpunktmäßig zu Friedens- und Konfliktforschung sowie zu
europäischer Militarisierung.
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#2
Do 15.5.
Hörsaal 3059, HU
Europas Krieg gegen MigrantInnen an der neuen Ostgrenze -
Mobilisierungsveranstaltung zum Aktionstag am 6.Juni in Warschau
Mit der Schengen-Erweiterung zum 21.12.2007 hat sich die europäische
Außengrenze weiter nach Osten verschoben. Die Ukraine als neuer
Grenzstaat wird damit zum neuen Einsatzgebiet der europäischen
Grenzschutzagentur Frontex. Es entsteht eine militärisch befestigte
Grenzlinie mit Internierungslagern für Flüchtlinge.
Marc Speer wird über die unmenschlichen Bedingungen im ukrainischen
Flüchtlingslager Pawschino, über den Zusammenhang zwischen der
ukrainischen Migrationspolitik und den Bestrebungen der EU, aber auch
über die widerständigen Aktivitäten und Strategien der MigrantInnen
berichten.
Über die vielfältigen Tätigkeitsbereiche von Frontex wird Bernd Kasparek
(Frontexwatch) informieren. Um gegen die Illegalisierung und
Kriminalisierung der MigrantInnen zu protestieren, finden zur Zeit in
mehreren europäischen Städten, aber auch in Nordafrika im Rahmen einer
chain action Proteste und Aktionen statt. Eine der Stationen dieser
chain action wird eine transnationale Kundgebung am 6.Juni in Warschau
vor der Frontex Zentrale sein.
Frontex steht für die militärische Aufrüstung im Krieg gegen Flüchtlinge
und MigrantInnen.
Shut down frontex!
Wir mobilisieren dorthin und haben Infos, was geplant ist und dort
stattfinden könnte!
Mehr Infos:
www.no-racism.net/article/2520
www.frontex.antira.info
www.pawschino.antira.info
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#3
Do 22.5.
sbz krähenfuß
Arbeitskämpfe in Polen
In Polen läuft die erste offensive Streikwelle für Lohnerhöhungen seit
1988. Bei Dacia in Rumänien und bei Ford in Russland gab es die größten
Kämpfe im Privatsektor seit 1989. Überall gibt es deutliche
Lohnerhöhungen. Und zwar genau in dem Moment, in dem das internationale
Kapital in Osteuropa ersthaft zu investieren beginnt und die
Auslagerungsdrohungen, mit denen die Verschlechterungen in Westeuropa
seit Jahren durchgesetzt werden, zum ersten Mal real werden.
Gleichzeitig sind Millionen von Menschen aus Osteuropa als
ArbeitsmigrantInnen unterwegs - legal oder illegal unter Bedingungen
sich weiter verändernder Grenzregimes.
Welche Chancen hat das Kapital, irgendwo für längere Zeit eine billige
und willige Arbeitskraft zu finden? Wie können sich die Kämpfe in West-
und Osteuropa, der Dagebliebenen und der Aus- und Eingewanderten
aufeinander beziehen? Diskussion mit Wildcat, dem Magazin für
ArbeiterInnen und gegen Arbeit.
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#4
Do 29.5.
sbz krähenfuß
Von Berlusconi bis Bertelsmann:
Die Macht der Medienkonzerne in Europa
Die EU präsentiert sich offiziell als Kämpferin für "Pressefreiheit" und
"Meinungsvielfalt" in Europa. Doch das ist Sonntagsreden-Prosa. Heute
dominieren einige wenige Konzerne die Medienlandschaft. In Osteuropa ist
die Situation besonders dramatisch. Dort sind nach 1990 vor allem
deutsche Medienkonzerne auf Einkaufstour gegangen. Mit dem Ergebnis,
dass dort der gesamte Medienmarkt von vier Netzwerken beherrscht wird.
Die EU hat gegen diese geballte Meinungsmacht nichts einzuwenden. Im
Gegenteil, Konzerne wie Bertelsmann bestimmen unmittelbar die
Ausrichtung der europäischen Medienpolitik.
Medien sind heute in erster Linie Renditeobjekte und der Zwang zum
Mehrwert zeigt sich in den veränderten Produktionsbedingungen und
Medieninhalten. Sie werden aber auch immer wieder als strategische
Instrumente zur politischen Einflussnahme genutzt.
Jörn Hagenloch, freier Jornalist
(Medienkombinat Berlin)
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#5
Do 5.6.
Hörsaal 3059, HU
Frontex und die Militarisierung der europäischen Südgrenze
Seit Mitte der 1980er Jahre wird die Kontrolle europäischer Außengrenzen
immer weiter verschärft. Für Tausende Flüchtlinge und international
mobile ArbeiterInnen endet der Weg in die EU tödlich. Mit der Gründung
der EU-Grenzschutzagentur FRONTEX Ende 2005 hat die Militarisierung der
Grenzkontrollen eine neue Stufe erreicht. Fabian Georgi (reflect!)
zeigt, wie FRONTEX nicht nur “Risikoanalysen” zu Fluchtrouten erstellt,
sondern zugleich durch Ausbildungsprogramme und gemeinsame
Kontrolloperationen die Etablierung einer paramilitärischen Europäischen
Grenzpolizei vorbereitet.
Die Auswirkungen des europäischen Grenzregimes führt im zweiten Teil der
Veranstaltung der Nofortresseurope der Naturfreundejugend Berlin am
Beispiel Süditaliens vor. Im Rahmen einer Interviewreise im April 2008
wurden Eindrücke und Stimmen zur Situation Migrierender in Süditalien
gesammelt. Sie sprachen sowohl mit offiziellen Vertreter_innen von
Gewerkschaften, NGOs, UNHCR, IOM und der Küstenwache, als auch mit
Aktivist_innen des Rete Antirazzista Siciliana und Laboratorio Zeta.
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#6
Do 12.6.
sbz krähenfuß
Polizeikooperationen gegen das Prostitutionsgewerbe
Am Beispiel der Polizeirazzien im Prostitutionsgewerbe wird eine
Aktivistin von Doña Carmen berichten, wie die Überwachung eines gesamten
Wirtschaftszweiges funktioniert. Dabei spielt die flächendeckende
Einbindung von NGOs eine wichtige Rolle, die sich im Rahmen einer
fragwürdigen Polizeikooperation insbesondere an der Überwachung und
Kontrolle von Prostitutionsmigrantinnen beteiligen.
Doña Carmen ist ein gemeinnütziger Verein und setzt sich für die
sozialen und politischen Rechte von Frauen ein, die in der Prostitution
arbeiten.
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#7
Do 19.6.
sbz krähenfuß
FILM: Minority Report
(USA 2002, R: Steven Spielberg, 145 min)
Im Jahre 2054 gibt es in Washington keine Morde mehr. Dank dreier
"Pre-Cogs", unter Drogen gesetzten Menschen, deren Albträume ständig
angezapft werden, kann John Anderton (Tom Cruise), Mitglied des
"Department of Precrime", zukünftige Mörder zur Strecke bringen, bevor
sie ihre Tat begehen können.
Als Anderton herausfindet, dass er selbst in einigen Stunden einen Mord
an einem ihm unbekannten Menschen begehen wird, versucht er der totalen
Überwachung zu entkommen und damit einer Gesellschaft, in der Privatheit
ein Fremdwort ist - und dich in jedem Geschäft Maschinen mit Namen
ansprechen, weil Augenscanner die Identität längst festgestellt haben.
Der Film zeigt nicht nur die neuesten Überwachungstechnologien wie
beispielsweise Drohnen im Einsatz, er beschreibt auch die
Wunschvorstellung vieler Law&Order-VerfechterInnen: die "unfehlbare"
Gesinnungsschnüffelei, der (Alb-)Traum von der vollständigen
Berechenbarkeit und Kontrolle aller Menschen.
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#8
Do 26.6.
sbz krähenfuß
FILM: Lichter
(D ´03, Hans-Christian Schmid, 105 min)
Lichter erzählt sechs locker zusammenhängende Geschichten an der
ehemaligen EU-Grenze zu Polen. Binnen zweier Tage spielen sich hier auf
engstem Raum persönliche Schicksale ab. Stets mit dem auf beiden Seiten
brachliegenden Grenzgebiet verbunden, dort, wo eigentlich keiner so
recht investieren will, wo umso mehr Menschen auf der Suche nach einem
besseren Leben in Kauf nehmen, zu Illegalen gemacht zu werden.
Wirtschaftliches, infolgedessen auch soziales Brachland.
Eine Gruppe ukrainischer Flüchtlinge auf dem Weg in den goldenen Westen,
die von Schleppern abgezockt und noch vor der Grenze aus dem LKW
geworfen werden. Der Frankfurter Geschäftsmann mit Vision: „Hier gibt es
20 Prozent Arbeitslose. Die liegen den ganzen Tag im Bett, ein Grund
mehr, sich eine neue Matratze zu kaufen!“. Oder der polnische
Taxifahrer, der kein Geld hat, um seiner Tochter ein Kommunionskleid zu
kaufen. Enttäuschte Hoffnungen der Marginalisierten, die ver-suchen, aus
dem System Grenze auch einen kleinen Profit zu schlagen - doch daran
verdienen ganz andere.
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#9
Do 3.7.
sbz krähenfuß
FILM: Dirty Pretty Things
(GB ´02, R: Stephen Frears, 93 min)
Okwe lebt als illegalisierter Migrant aus Nigeria in London. Ausgebildet
als Arzt, fährt er tagsüber Taxi und verdient nachts sein Geld als
Rezeptionist in einem Hotel. Er schläft nur selten, doch zum Ausruhen
nutzt er vormittags die Wohnung der jungen Türkin Senay, die auf die
Bearbeitung ihrers Asylgesuches wartet und als Putzfrau in Okwes Hotel
arbeitet.
Als Okwe in einem verstopften Klo des Hotels ein menschliches Herz
findet, kommt sein Leben noch mehr durcheinander. Senay erhält den
Ablehnungsbescheid der Einwanderungsbehörde und muss untertauchen. Bei
ihrem neuen Job, einer „Sweatshop“-Schneiderei, muss sie sich der
sexuellen Übergriffe des Chefs erwehren, der ihre Notsituation
auszunutzen will.
Der Film zeigt, wie das Leben von illegalisierten MigrantInnen geprägt
ist von der Furcht vor Einwanderungsbehörden und dem Zwang, fast jede
Arbeits- und Lebensbedingungen akzeptieren zu müssen. Auf der Flucht
vor Repressionen im Heimatland bleibt nur eine schattenhafte Existenz im
Untergrund.
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#10
Sa 5.7.
Schlossplatz
Demonstration:
Recht auf Migration
Gegen Rassismus, soziale Ausgrenzung und Überwachungsstaat - Solidarität
ohne Grenzen
Der 15. Jahrestag der Abschaffung des Grundrechts auf Asyl ist für uns
Anlass, unsere Forderungen lautstark auf die Straße zu bringen. Wir
leben im Herzen der Festung Europa und es reicht längst nicht mehr, das
deutsche Grundrecht auf Asyl zurückzufordern. Alle Menschen müssen die
Möglichkeit haben, vor Verfolgung und Armut zu fliehen. Alle Menschen
müssen die Möglichkeit haben, dort zu leben, wo sie es möchten und wie
sie möchten. Mit allen Rechten, die dazugehören.
Für ein globales Recht auf Migration – for freedom of movement and
de*fencing the nations
14 Uhr | Schlossplatz | Samstag | 5. Juli 2008
(U/S-Bahn Alexanderplatz, Berlin Mitte)
Mehr Infos:
www.recht-auf-migration.de.vu
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#11
Do 10.7.
Hörsaal 3059, HU
›Umstrittenes Terrain‹
Fliegende Kameras als Ausdruck neuer Trends von Überwachung
Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden bereits in wenigen Jahren
75 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben – und damit auch die
Auseinandersetzungen im und um den urbanen Raum angesichts zunehmender
sozioökonomischer Spaltungen zunehmen.
Diese Auseinandersetzungen sind nicht neu, und die Pariser Boulevards,
Avenuen und Sichtachsen des späten 19. Jahrhunderts verdanken sich
beispielsweise auch militärischen Überlegungen (›Haussmannisierung‹). In
den diversen (staatlichen) Sicherheitsapparaten findet kontinuierlich
eine intensive Auseinandersetzung darüber statt, wie, von wem und mit
welchen Mitteln die Kontrolle des urbanen Raums zu bewerkstelligen sei.
Der Verweis auf 9/11, wenn von angeblich neuen Herausforderungen
gesprochen wird, kann insoweit getrost als Ideologie abgetan werden. Neu
sind vielmehr eine stärkere Fokussierung auf Territorien (statt auf
Einzelpersonen oder Gruppen), eine intensivierte Technisierung der
Überwachung und die gleichzeitige Pluralisierung bei der ›Bearbeitung‹
des urbanen Raums: Die Trias von Staat, Wirtschaft und
›Zivilgesellschaft‹ ist an dieser Bearbeitung in unterschiedlichen
Konstellationen (Partnerships, Networks, Competition) eingebunden.
Diese Trends – Territorialisierung, Technisierung, Trias – gehen einher
mit einer ›Bewertung‹ dieser Räume, die so beispielsweise zu
Containment-Räumen, No-go-areas, zu Erlebniszonen und High
Consumtion-Bereichen gemacht und entsprechend bearbeitet werden. »Es
herrscht immer Krieg in unseren Städten«, hatte Bertolt Brecht das in
vergleichbarem Zusammenhang genannt. Der Vortrag zeigt an drei
Beispielen, was das heute bedeuten kann.
In der Veranstaltung zeigen wir anhand des militärischen und
polizeilichen Einsatzes sog. ›Drohnen‹ (›Unmanned Air Vehicles‹) wie das
neue Sicherheitsdispositiv praktisch wird.
Volker Eick ist Politikwissenschaftler am John F. Kennedy-Institut
(Abteilung Politik) der Freien Universität Berlin .
Matthias Monroy ist seit 2001 am Projekt "Gipfelsoli" zur Mobilisierung
und Solidaritätsarbeit bei Gipfelprotesten beteiligt. Ein weiterer
Schwerpunkt ist die fortschreitende europäische Polizeizusammenarbeit.
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#12
Do 17.7.
sbz krähenfuß
FILM: Children of Men
(USA/GB ´06, R: Alfonso Cuarón, 106 min)
Im Jahre 2027 herrscht in England der demokratische Ausnahmezustand,
Flüchtlinge werden in militärisch bewachte
Hochsicherheits-Abschiebelager gesteckt. Unter dem Vorwand der
Terrorbekämpfung („Homeland Security“) sind alle Rechte eingeschränkt
worden.
Seit 18 Jahren wurde aus unerklärlichen Gründen kein Kind mehr geboren,
so dass die Nachricht einer schwangeren Frau sowohl die Regierung als
auch Rebellengruppen auf den Plan ruft. Der desillusionierte
Regierungsbeamte und ehemalige Polit-Aktivist Theo (Clive Owen)
versucht, die Schwangere zu einem sicheren Zufluchtsort zu bringen.
Eine packender Dystopie einer nicht allzu fernen Zukunft – dabei stützt
sich der Film nicht auf neue technische Errungenschaften, sondern zeigt,
wie die konsequente Weiterführung von „Homeland Security“ und
„Migrationsabwehr“ aussehen kann.
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LINKS
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de*fence-Kampagne
www.recht-auf-migration.de.vu
Informationsstelle Militarisierung (IMI)
www.imi-online.org
Infos zum Aktionstag in Warschau am 6.Juni
no-racism.net/article/2520/
Frontexwatch
www.frontex.antira.info
Kampagne gegen das ukrainische Lager Pawschino
www.pawschino.antira.info
Wildcat - Magazin für ArbeiterInnen und gegen Arbeit
www.wildcat-www.de
Medienkombinat Berlin
medienkombinat-berlin.de
Anti-Bertelsmann-Kampagne
www.anti-bertelsmann.de
reflect!
www.reflect-online.org
Naturfreundejugend Berlin
www.naturfreundejugend-berlin.de
Melting Pot Europe (italienisch+englisch)
www.meltingpot.org/index-en.html
Fortress Europe (italienisch)
fortresseurope.blogspot.com
Fotos von Abschiebelagern
www.flickr.com/photos/clarecita1
Doña Carmen e.V. - "Verein für soziale und politische Rechte von
Prostituierten"
www.donacarmen.de
Gipfelsoli
www.gipfelsoli.org
Monitoring European Police
euro-police.noblogs.org
Initiative gegen das Chipkartensystem
www.chipkartenini.squat.net
Seminar für angewandte Unsicherheit [SaU]
www.sau.net.ms
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